Belarus: Kardinal Parolin weiht in Kroatien neuen Papstgesandten für Belarus

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Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat während seines aktuellen Besuchs in Kroatien am 16. September den neu ernannten Nuntius für Belarus, Ante Jozić, zum Bischof geweiht. Er übernehme die päpstliche Gesandtschaft in einem Land, „das auf seinem nationalen Weg schwierige Zeiten durchläuft“, wandte sich Parolin in seiner Predigt im Marienheiligtum in Solin bei Split an den Nuntius. In Minsk könne Jozić auf Gottes Hilfe, aber auch auf die Hingabe der Ortskirche und das Wohlwollen derer zählen, die Gerechtigkeit, Wahrheit und das Gemeinwohl durch Dialog und Versöhnung fördern, so Parolin laut dem von der kroatischen Nachrichtenagentur IKA veröffentlichten Predigtmanuskript.

Die katholische Kirche in Belarus sieht sich seit Wochen staatlichen Repressalien ausgesetzt. So wird dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, dem Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, nach einem Besuch in Polen seit Ende August die Wiedereinreise in seine Heimat verweigert. In den vergangenen Tagen reiste der päpstliche Außenbeauftragte Erzbischof Paul Gallagher nach Belarus und traf dort unter anderem mit Außenminister Vladimir Makej zusammen.

Den neuen Nuntius Jozić sieht Kardinalstaatssekretär Parolin für die schwierige Lage gut gerüstet. Bei der Bischofsweihe verwies der Kardinal ausdrücklich auf die Zeit des kroatischen Vatikandiplomaten in der „Hong Kong Study Mission“ von 2009 bis 2019, die dem Vatikan als Verbindungsbüro zu den katholischen Diözesen in der Volksrepublik China und eine Art diplomatischer Brückenkopf dient. Jozić habe in Hongkong „inmitten vieler angespannter und schmerzhafter Situationen“ nach den besten Lösungen für das Wohl der Kirche zu suchen gehabt, sagte Parolin.

Erzbischof Jozić selbst richtete am Ende des Weihegottesdienstes Grüße an die Gläubigen in Belarus, wo die Kirche „derzeit schwierige Momente erlebe und nach dem besten Ausweg aus der gegenwärtigen Situation suche“. Er wolle mit allen zusammenarbeiten und bete für eine friedliche Lösung „durch Dialog und Solidarität aller, ohne jegliche Art von Gewalt“.

Die Bischofsweihe des 53-jährigen Jozić hat eine besondere Vorgeschichte. Der kroatische Vatikandiplomat war schon Anfang 2019 vom Papst zunächst zum Apostolischen Nuntius in der Elfenbeinküste und zum Erzbischof ernannt worden. Unmittelbar vor seiner Bischofsweihe und dem Amtsantritt in Abidjan erlitt er jedoch im April 2019 in einem Tunnel nahe der Stadt Split einen schweren Autounfall. Der Lenker des zweiten beteiligten Autos kam dabei ums Leben.

Die Familie des bei dem Unfall gestorbenen jungen Mannes nahm an der Bischofsweihe in Split teil, wie Erzbischof Jozić bei dem Gottesdienst selbst bekanntgab. Er bete täglich für den Verstorbenen und seine Angehörigen.

Nuntius Jozić hatte nach dem Unfall etliche Wochen im Krankenhaus verbracht. Nach seiner Genesung gab der Vatikan im Mai 2020 bekannt, dass der aus dem dalmatischen Trilj stammende Jozić künftig die Nuntiatur in Belarus leiten wird. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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