Ungarn: Erste Messe der fremdsprachigen Gemeinden

Erstmals haben in Budapest alle fremdsprachigen katholischen Gemeinden unter dem Motto „Messe der Nationen“ einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert. Anlass war der jährliche katholische „Welttag des Migranten und Flüchtlings“, der dieses Jahr am 29. September begangen wurde. Die Vorabendmesse fand in der St.-Stephan-Basilika statt, teilgenommen haben die deutschsprachigen, französischen, englischen, spanischen und italienischen Kirchengemeinden. Hauptzelebrant war der Weihbischof der Erzdiözese Esztergom-Budapest, Ferenc Cserháti, der selbst jahrzehntelang in Deutschland lebte und für die ungarische Auslandsseelsorge zuständig ist.

„In der Kirche gibt es keine Ausländer. Alle sind Schwester und Brüder. Wir bilden eine Kirche, wo alle zu Hause sind“, betonte der Bischof in einem Interview mit dem katholischen Portal Magyar Kurir am 26. September. Für Cserháti verdeutlicht die Messe, dass die fremdsprachigen Katholiken Teil der Erzdiözese sind: „Sie sind bei uns zu Hause.“

In einer Zeit, in der viele im Ausland arbeiten, studieren usw., würden sich die Menschen auf Seelsorge in ihrer Muttersprache freuen, wies Cserháti hin. In Budapest gebe es aktuell acht fremdsprachige Gemeinschaften, die von 20 bis 25 Seelsorgern betreut werden. Davon kommen allein die deutschsprachigen Katholiken aus drei verschiedenen Ländern – aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Eine der deutschsprachigen Budapester Gemeinden ist St. Elisabeth, wo laut Bernhard Kollmann, dem österreichischen Auslandsseelsorger, sechs junge Menschen von dem aus Wien angereisten Weihbischof Stephan Turnovszky gefirmt werden.

Die Gemeinde St. Elisabeth feiert dieser Tage auch den 30. Jahrestag ihres Wiederaufbaus, der gesamte Baukomplex wurde während des 2. Weltkriegs schwer beschädigt und erst viel später renoviert. Insgesamt blickt die Gemeinde auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Mit der Befreiung von Budapest Anfang 1945 löste sie sich auf, kurz vor der politischen Wende wurde sie im September 1989 wieder neu gegründet.

Der „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ wurde 1914 von Papst Benedikt XV. (1914–1922) eingeführt und von Papst Franziskus auf den letzten Septembersonntag verschoben. Der 105. Welttag steht unter dem Motto „Es geht nicht nur um Migranten“. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)