Nordmakedonien: Ökumenischer Patriarch zum makedonisch-serbischen Kirchenstreit

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat den nordmakedonischen Ministerpräsidenten Oliver Spasovski und dessen Vorgänger Zoran Zaev empfangen, um über die kirchlichen Probleme des Landes zu sprechen. Bartholomaios kündigte nach dem Treffen am 13. Januar an, Vertreter der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) und der nicht anerkannten Makedonischen Orthodoxen Kirche (MOK) zu einem Gespräch nach Istanbul einzuladen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Die MOK hatte sich 1967 von der SOK abgespalten und einseitig für autokephal erklärt, von den übrigen orthodoxen Kirchen wird sie nicht anerkannt. Seit einer Beinahe-Einigung 2002 bestehen in Nordmakedonien die unkanonische, aber mitgliederstarke MOK und die Erzdiözese Ohrid, die Teil der SOK ist. 2017 hatte sich die MOK mit der Bitte an die Bulgarische Orthodoxe Kirche (BOK) gewandt, sie bei ihren Bemühungen um die Anerkennung ihrer Autokephalie zu unterstützen. Darauf war die BOK zwar – sehr zum Ärger der SOK und der Griechischen Orthodoxen Kirche – eingegangen, es kam aber zu keinen konkreten Fortschritten. 2018 wandte sich die MOK direkt mit der Bitte an das Ökumenische Patriarchat, ihren kanonischen Status zu klären. An ihrer Sitzung vom Mai 2019 entschied die Bischofsversammlung der SOK, den Dialog mit der MOK weiterzuführen.

Bartholomaios versicherte 2018, er würde der MOK niemals die Autokephalie verleihen, solange ihr Name „makedonisch“ enthalte. In einem Interview 2019 erklärte er zudem, dass er die Zuständigkeit der SOK für das Gebiet respektiere. Dennoch wird weiterhin spekuliert, dass Bartholomaios der MOK, ähnlich wie zuvor der neuen Orthodoxen Kirche der Ukraine, die Autokephalie verleihen könnte. So behauptete ein nordmakedonischer Blog, das Ökumenische Patriarchat wolle die Frage der makedonischen Autokephalie auch gegen den Widerstand anderer orthodoxer Lokalkirchen lösen. (NÖK)

Kirchenstreit Nordmakedonien

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