Serbien: Patriarch Irinej besucht Kosovo

In einer Ansprache in der Dimitrije-Kirche in Kosovska Mitrovica hat der serbische Patriarch Irinej die im Kosovo lebenden Serben zum Bleiben aufgerufen. Dies sei nicht die „Entscheidung eines Einzelnen“, sondern eine „Entscheidung des serbischen Volks“. Solche Aufrufe zum Bleiben und Durchhalten sowie Botschaften gegen ethnische Trennungen und Teilungen begleiteten den Kosovobesuch Irinejs. Zum wiederholten Mal betonte er auch, dass Kosovo nicht als unabhängiger Staat anerkannt werden dürfe und Teil Serbiens bleiben müsse, rief aber auch zu Respekt für andere Religionen und für die albanische Bevölkerung auf.

Der Patriarch besuchte in Kosovo während mehreren Tagen Klöster, Kirchen, Bildungseinrichtungen und mehrere serbische Enklaven und traf dabei immer wieder mit der lokalen serbischen Bevölkerung zusammen. Seine zentrale Botschaft lautete, dass Kosovo serbisch sei. Es sei ein Geschenk Gottes und das „müssen wir hüten“, zudem sei es das „Erbe unserer Vorfahren“, das für die Nachfahren bewahrt werden müsse. Er wiederholte die entschiedene Ablehnung der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) einer möglichen ethnischen Teilung Kosovos. Die Meinung, Kosovo zu teilen, einen Kompromiss zu finden oder es gar abzutreten, äußerten „keine intelligenten Leute“. Das „sagen keine Serben, das sagen diejenigen, die nur den serbischen Namen tragen, aber weit von allem Serbischen entfernt sind“, erklärte Irinej öffentlich. Rhetorisch fragte er, wer denn schon sein Haus verschenke.

Ähnlich wie schon in seiner Ansprache anlässlich des 20. Jahrestags der NATO-Bombardierungen kommentierte er die seit Wochen andauernden Proteste in Serbien. Das, was auf den Straßen geschehe, sei „nicht gut, das gibt unsere Kraft unseren Gegnern“. Dabei gehe es nur um eigene Interessen und dem „Volk und dem Staat“ werde „Schaden zugefügt“.

An vielen Stationen seiner Reise, die ihn unter anderem nach Peć, Prizren, Visoki Dečani und in mehrere serbische Enklaven führte, wurde Irinej von zahlreichen Pilgern erwartet. Erfreut zeigte er sich von der Anwesenheit vieler Kinder unter den Gläubigen. Im Patriarchatskloster in Peć empfing er zudem Gymnasialschüler aus verschiedenen Ortschaften in Kosovo und diskutierte mit ihnen über den Wert der Bildung. Er rief sie dazu auf, bereit zu sein, in Zukunft „das Steuer zu übernehmen“ und das serbische Volk in Kosovo zu führen. (mit Material von Kathpress)

Drucken