Rumänien: Patriarch Daniel ermutigt Gläubige und ruft zu gegenseitiger Hilfe auf

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In seiner Osterbotschaft hat der rumänische Patriarch Daniel die Gläubigen daran erinnert, dass der Glaube an die Auferstehung „uns hilft, die Hoffnung angesichts schwieriger Lebensumstände nicht zu verlieren“. Angesichts des Leids im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie rief der Patriarch zum Gebet für Kranke, aber auch Ärzte und Pfleger sowie freiwillige Helfer auf. Zudem verwies er auf die Beiträge, die die Rumänische Orthodoxe Kirche (RumOK) „verantwortungsvoll und substantiell“ zum Lindern des Leids durch ihre „liturgische, spirituelle und pastorale Arbeit“, aber auch durch ihre karitativen Tätigkeiten leiste.

Mit besonderem Segen bedachte Daniel die Rumänen im Ausland, insbesondere in Italien und Spanien, die von der Epidemie schlimmer betroffen sind. Auch seine Predigt am Palmsonntag sollte die Gläubigen hoffnungsvoll stimmen. Er rief die Gläubigen auf, nicht zu sehr an sich selbst zu denken, sondern an „die Bedürfnisse anderer“. Mit Gottes Hilfe könnten Menschen eine „zu große Angst vor Krankheit“ ablegen und sich „im Glauben und guten Taten, in Akten der Gnade und in der Hilfe für Bedürftige“ stärken.

In den aktuellen Umständen sieht Patriarch Daniel auch eine Chance zur Buße, wie er in einer Predigt am 5. April darlegte. Die „fast ausgestorbenen Städte ähneln der Wüste, in die sich Maria von Ägypten zurückzog“. Diese und die fast leeren Kirchen „zwingen uns, demütig zu sein und unsere Isolation in eine spirituell bereichernde Arbeit zu verwandeln“. Er rief die Gläubigen auf, das Leiden durch die Krankheit in Hoffnung auf Geneseung von der Krankheit zu transformieren. Dazu sollten die Gläubigen beten und ihren Nächsten helfen.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat die RumOK ihre karitativen Tätigkeiten verstärkt. Materielle Hilfe geht in erster Linie an ältere, kranke und arme Menschen, aber auch an Menschen in Quarantäne sowie medizinische Einrichtungen. Zu den Hilfsgütern gehören Lebensmittel, Hygieneprodukte und medizinische Ausrüstung. Die meiste Hilfe wird auf der Ebene der Eparchien geleistet und lokal koordiniert.

Der Rat der Religionsgemeinschaften in Rumänien hat in einem Statement die Gesellschaft aufgerufen, sich an die Maßnahmen der Behörden zu halten und intensiv zu beten. Darin betonte er auch, wie wichtig konkrete gesellschaftliche Solidarität unter diesen Umständen sei. Zudem würdigten der Rat die Arbeit derer, die im Gesundheitswesen oder bei den Sicherheitskräften arbeiten. Die Menschen sollten verantwortungsvoll mit ihrer und der Gesundheit anderer umgehen und denen helfen, die Hilfe brauchen.

Auch in Rumänien dürfen keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden. Zu Ostern sollen die Gläubigen sich mit Kerzen auf ihre Balkone stellen, Beichten werden nur auf Wunsch zuhause abgenommen. Die Osterbrote werden einzeln abgepackt an bestimmten Orten draußen verteilt. Neben diesem besonderen Vorgehen für Ostern gibt es in der RumOK aber auch Stimmen, die eine Lockerung der Maßnahmen für Ostern fordern. So sollte es Gläubigen erlaubt sein, den Gottesdienst außerhalb des Kirchgebäudes zu verfolgen und danach, mit angemessenen Sicherheitsabständen und Masken, ihre Kerzen zu entzünden. (NÖK)

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